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Techniktrends 2026 Teil 3 - Wenn Haushaltsroboter wirklich helfen

Jennifer Bristow, 11.01.2026 Frankfurt am Main,


Titelbild Techniktrends 2026

In den ersten beiden Teilen dieser Serie ging es um die Richtung des technologischen Fortschritts und um konkrete Innovationen, die diesen Wandel greifbar machen. Im dritten und letzten Teil rücken nun Haushaltsrobotik und KI-gestützte Alltagshilfen in den Mittelpunkt –

ein Bereich, in dem sich besonders deutlich zeigt, wie schnell aus technischer Entwicklung echte Unterstützung wird.



Lange galten Haushaltsroboter als praktische, aber klar begrenzte Geräte. Sie saugten Böden, wischten Flächen und folgten festen Routen. Genau dieses Bild beginnt sich 2026 grundlegend zu verändern.




Roborock Saros Rover: Der Haushaltsroboter, der Treppen versteht

Der deutlichste Technologiesprung im klassischen Haushaltsbereich zeigt sich beim Roborock Saros Rover. Während bisherige Saug- und Wischroboter an Stufen, Podesten oder Treppen scheiterten, setzt dieses Modell auf eine völlig neue mechanische Architektur. Bewegliche Rollen- und Hebeelemente ermöglichen es dem Roboter, Höhenunterschiede selbstständig zu überwinden und seine Arbeit fortzusetzen. Damit wird der Haushalt erstmals nicht mehr als einzelne Fläche betrachtet, sondern als zusammenhängender Wohnraum. Der Roboter erkennt Übergänge, analysiert die Situation und passt seine Bewegung an. Für Nutzer bedeutet das: weniger Umsetzen, weniger manuelles Eingreifen und deutlich mehr Autonomie. Entscheidend ist dabei die Kombination aus Mechanik und KI-gestützter Navigation. Der Saros Rover erkennt Hindernisse, ordnet sie ein und entscheidet selbst, wie er weiterarbeitet. Haushaltsrobotik entwickelt sich hier klar vom Reinigungsgerät zum mobilen System.



KI im Haushalt: Wenn Roboter selbst Prioritäten setzen

Die eigentliche Revolution findet dabei im Hintergrund statt. Moderne Haushaltsroboter arbeiten nicht mehr nach starren Programmen, sondern treffen situative Entscheidungen. Sensorik, Kameras und KI-Modelle erfassen die Umgebung in Echtzeit, erkennen stark verschmutzte Bereiche und passen Intensität sowie Reihenfolge der Reinigung an. Ganz konkret heißt das: Der Roboter entscheidet selbst, welche Räume häufiger gereinigt werden müssen, wo gründlicher gearbeitet wird und wann eine Aufgabe sinnvoll ist. Der Mensch gibt nicht mehr jeden Schritt vor – er vertraut dem System.

Gerade für ältere Menschen oder Personen mit eingeschränkter Mobilität ist das ein entscheidender Punkt. Technik wird nicht zur zusätzlichen Aufgabe, sondern zur spürbaren Entlastung.



SwitchBot Onero H1: Der erste humanoide Haushaltsroboter zum Vorbestellen

Besonders greifbar wird der aktuelle Technologiesprung bei humanoiden Haushaltsrobotern. Ein zentrales Beispiel ist der SwitchBot Onero H1, der im Umfeld der CES vorgestellt wurde – und nicht nur als Konzept, sondern als kommendes, vorbestellbares Produkt angekündigt ist. Der Onero H1 ist als universeller Haushaltsassistent konzipiert. Mit 22 Freiheitsgraden, visueller Tiefenerkennung, taktilem Feedback und einem Vision-Language-Action-Modell kann der Roboter Objekte erkennen, deren Bedeutung einordnen und passende Bewegungen ausführen.

In Vorführungen wurden unter anderem folgende Fähigkeiten gezeigt:


  • Wäsche greifen und in die Waschmaschine legen

  • Haushaltsgegenstände tragen und sortieren

  • Kaffeemaschinen und einfache Küchengeräte bedienen

  • Türen, Schubladen und Klappen öffnen

  • Gegenstände gezielt bereitstellen


Dass SwitchBot den Onero H1 tatsächlich zur Vorbestellung anbieten will, markiert einen Wendepunkt. Humanoide Haushaltsrobotik verlässt die reine Forschungs- und Demo-Phase und bewegt sich Richtung realem Alltag.



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LG CLOiD: Wenn Haushaltsarbeit Teil eines Smart-Home-Systems wird

Einen ähnlichen, aber stärker vernetzten Ansatz verfolgt LG mit dem CLOiD-Roboter. Hier steht nicht der einzelne Roboter im Fokus, sondern das Zusammenspiel mit dem gesamten Haushalt.

LG CLOiD wurde demonstriert bei:


  • Greifen und Transportieren von Kleidung

  • Befüllen von Waschmaschinen

  • Interaktion mit vernetzten Haushaltsgeräten

  • Ausführen einfacher Küchenhandlungen

  • Servieren von Getränken


Zwei bewegliche Roboterarme mit fein steuerbaren Fingern ermöglichen dabei präzise Bewegungen. Der entscheidende Punkt ist jedoch die Integration in LGs Smart-Home-Ökosystem. CLOiD agiert nicht isoliert, sondern als Teil eines vernetzten Systems. Der Roboter weiß, welches Gerät er ansprechen muss – und wann.



Spülmaschine einräumen & Küche organisieren: Was heute bereits demonstriert wird

Besonders aufschlussreich sind Fortschritte bei komplexen Haushaltstätigkeiten, die lange als kaum automatisierbar galten. Forschungs- und Demonstrationssysteme wie humanoide Roboterplattformen von Figure zeigen bereits heute, dass Roboter:

  • Geschirr erkennen und korrekt greifen

  • Teller gezielt in die Spülmaschine einräumen

  • Küchenutensilien unterscheiden und sortieren

  • Arbeitsabläufe nachvollziehen und wiederholen



Diese Aufgaben erfordern Feinmotorik, räumliches Verständnis und situative Entscheidungen. Dass sie inzwischen demonstrierbar sind, zeigt, wie weit KI-gestützte Robotik bereits ist. Gerade im Kontext des demografischen Wandels zeigt sich die Bedeutung dieser Entwicklungen. Haushaltsroboter und Assistenzsysteme können helfen, Selbstständigkeit länger zu bewahren. Reinigung, Ordnung und einfache Handgriffe laufen im Hintergrund ab – ohne komplizierte Bedienung. Der große Unterschied zu früheren Lösungen liegt in der Selbstverständlichkeit. Technik muss nicht erklärt werden. Sie ist da, reagiert auf Sprache oder Bewegung und fügt sich in den Alltag ein. Für viele ältere Menschen bedeutet das weniger Abhängigkeit und mehr Sicherheit.



Warum dieser Fortschritt mehr ist als Technikspielerei


Fazit: Haushaltsrobotik steht 2026 an einem Wendepunkt. Aus spezialisierten Einzelgeräten entwickeln sich vernetzte, lernfähige Systeme, die Aufgaben übernehmen, Entscheidungen vorbereiten und den Alltag strukturieren. Künstliche Intelligenz verbindet dabei Mechanik, Software und Umgebung zu einem funktionierenden Ganzen.

Der Fortschritt ist nicht laut. Er ist nicht spektakulär im klassischen Sinne. Aber er ist tiefgreifend. Technik rückt aus dem Mittelpunkt – und wird gerade dadurch wertvoll.

Mit diesem dritten Teil schließt sich der Kreis der Serie. Technik 2026 zeigt sich als schnell, kraftvoll und überraschend menschlich.


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