Wenn Windows Updates selbst zum Problem werden: Warum Rechner plötzlich langsamer wirken – obwohl die Hardware stimmt
- Jenn von Jemke
- vor 16 Stunden
- 5 Min. Lesezeit

Warum Windows seit Ende 2025 viele Rechner schleichend ausbremst – und was wir in der IT-Praxis beobachten - Eine Einordnung von Jemke Solutions aus der Praxis
Was uns seitdem auffällt, ist kein klassischer Ausfall. Die meisten Systeme starten. Programme öffnen sich. Nichts explodiert. Und genau das macht die Situation für Betroffene so schwer greifbar. Viele beschreiben es ähnlich: Der Rechner ist nicht kaputt, aber er fühlt sich sehr langsam und kaputt an. Fenster bleiben beim Öffnen zunächst weiß, Inhalte erscheinen verzögert, Klicks reagieren träge. Die Windows-Suche verhält sich plötzlich anders, sucht umständlich Dateinamen, statt Programme oder Einstellungen direkt anzuzeigen. Arbeiten wird mühsam, selbst bei einfachen Aufgaben.
Besonders häufig sehen wir dieses Verhalten bei Rechnern, die technisch eigentlich noch gut aufgestellt sind – etwa mit Intel-i5-Prozessoren der achten Generation. Das sind keine alten Geräte. Diese Systeme liefen oft jahrelang stabil. Dass sie sich nach mehreren Updates plötzlich wie „in Zeitlupe“ anfühlen, sorgt bei vielen für Verunsicherung und Frust. Manche arrangieren sich monatelang damit, weil sie spüren, dass etwas nicht stimmt, aber keinen klaren Ansatzpunkt haben.
Parallel dazu verdichteten sich ab Dezember auch die öffentlichen Hinweise darauf, dass Updates nicht immer sauber durchliefen. Microsoft selbst listete nach und nach bekannte Probleme, zunächst eher technisch formuliert, später deutlicher. Entscheidend ist dabei ein Punkt, der für Laien kaum sichtbar ist: Ein Windows-Update ist kein einzelner Vorgang, sondern eine Kette von Änderungen. Wird diese Kette an einer Stelle unterbrochen – etwa durch einen Neustart zur falschen Zeit, knappen Speicherplatz oder Hintergrundprogramme –, bleibt das System in einem Zustand zurück, der nach außen stabil wirkt, intern aber beschädigt ist.

Genau auf solchen Zuständen baut Windows dann weiter auf. Mit dem Januar-Patchday 2026 wurde das besonders deutlich. Die neuen Updates trafen auf Systeme, die bereits aus dem Tritt geraten waren. In der Folge häuften sich sehr unterschiedliche Fehlerbilder: Rechner, die nicht mehr richtig herunterfahren, Programme, die hängen bleiben, Cloud-Dateien, die plötzlich Probleme machen, oder Systeme, die unerwartet extrem langsam werden. Fachmedien berichteten über außerplanmäßige Korrekturen – ein ungewöhnlicher Schritt, der zeigt, dass die Probleme ernst genommen wurden.
In unserer Praxis zeigte sich dabei etwas Entscheidendes: Die Fehler hatten selten nur eine Ursache. Ein langsamer Rechner war nicht einfach „zu alt“. Eine träge Oberfläche war kein einzelner Bug. Vielmehr arbeitete Windows im Hintergrund ständig gegen sich selbst. Suchdienste, Sicherheitsprüfungen, Update-Routinen und Cloud-Synchronisationen liefen parallel, teilweise fehlerhaft, teilweise doppelt. Für Nutzer:innen fühlt sich das an, als würde der Rechner bei jedem Klick erst einmal überlegen müssen.
Zusätzliche Verunsicherung entsteht, wenn Windows plötzlich vor angeblichen Hardwareproblemen warnt. Seit Ende 2025 haben wir mehrfach Systeme gesehen, die nach Updates meldeten, die SSD sei fehlerhaft oder instabil. Für Betroffene klingt das nach einem klaren Urteil und nach drohendem Datenverlust. In vielen dieser Fälle zeigte sich jedoch: Die Hardware war in Ordnung. Die Warnung entstand durch fehlerhafte Bewertungen nach Updates. Windows zog falsche Schlüsse aus Messwerten, die zuvor unauffällig waren. Das Problem lag nicht in der Festplatte, sondern in der Diagnose.
Am gravierendsten sind Fälle, in denen ein System nach einem Update gar nicht mehr startet. Früher war die Systemwiederherstellung hier oft der Rettungsanker. Doch auch dieser Mechanismus hat sich als überraschend fragil erwiesen. Wir haben Kundenfälle erlebt, in denen Wiederherstellungspunkte beschädigt oder vollständig verschwunden waren – teils nach Updates, die eigentlich Sicherheit bringen sollten. In diesen Situationen gibt es keinen sanften Weg zurück. Es bleibt nur die Neuinstallation oder eine aufwendige Datenrettung. All das führt zu einer verständlichen Frage: Warum trifft es manche Rechner – und andere nicht? Die Antwort ist unbequem, aber wichtig. Windows-Systeme sind heute hochgradig individuell. Unterschiedliche Hardware, unterschiedliche Software, unterschiedliche Nutzung, unterschiedliche Zeitpunkte von Updates. Ein Update trifft nie auf zwei identische Ausgangszustände. Deshalb verlaufen die Probleme so unterschiedlich und wirken für Betroffene oft willkürlich.

Aus unserer Sicht als IT-Dienstleister ergibt sich daraus eine Empfehlung, die ungewohnt klingt, aber aus Erfahrung geboren ist: Läuft ein System aktuell stabil, raten wir dazu, Windows-Updates bewusst zu pausieren, statt sie automatisch weiterlaufen zu lassen. Nicht aus Leichtsinn, nicht dauerhaft, sondern um Zeit zu gewinnen, bis klar ist, welche Updates zuverlässig funktionieren. Auch Microsoft selbst empfiehlt in bestimmten Situationen, Updates zurückzustellen, wenn bekannte Probleme vorliegen.
Die Update-Probleme seit Ende 2025 sind kein kurzfristiger Ausrutscher. Sie sind das Ergebnis eines komplexen Systems, das immer mehr Aufgaben gleichzeitig erfüllen soll und dabei immer weniger Spielraum für Fehler lässt. Viele Rechner sind heute nicht klassisch defekt. Sie sind schleichend aus dem Gleichgewicht geraten.
Bei Jemke Solutions sehen wir es als unsere Aufgabe, diese Zusammenhänge verständlich zu machen und Betroffene ernst zu nehmen. Nicht mit Panik, nicht mit Schuldzuweisungen, sondern mit Einordnung. Denn funktionierende IT bedeutet nicht, jedes Update blind zu installieren. Sie bedeutet, zu verstehen, was passiert – und den richtigen Moment für den nächsten Schritt zu wählen.

Updates bewusst pausieren – eine sinnvolle Zwischenlösung
Wenn ein Rechner aktuell stabil läuft, aber nach früheren Updates langsamer oder unzuverlässig geworden ist, kann es sinnvoll sein, Windows-Updates vorübergehend auszusetzen. Ziel ist nicht,
Updates grundsätzlich zu vermeiden, sondern weitere Probleme zu verhindern, bis bekannte Fehler behoben sind. Auch Microsoft selbst empfiehlt in bestimmten Situationen, Updates zeitweise zurückzustellen, wenn es bekannte Nebenwirkungen gibt.
Wichtig ist:Das Pausieren von Updates ist keine endgültige Entscheidung. Es verschafft Zeit, schützt funktionierende Systeme und lässt sich jederzeit wieder rückgängig machen.
Windows-Updates bei Windows 11 vorübergehend pausieren – Schritt für Schritt
Klicken Sie unten links auf „Start“(das Windows-Symbol in der Taskleiste)
Öffnen Sie die „Einstellungen“(Zahnrad-Symbol)
Klicken Sie auf „Windows Update“ Dieser Punkt befindet sich meist ganz oben in der Liste.
Suchen Sie den Bereich „Updates pausieren“
Wählen Sie „1 Woche pausieren“ Windows setzt die Installation neuer Updates nun automatisch aus.
Nach Ablauf der Woche erinnert Windows daran, dass Updates wieder anstehen. Die Pause kann bei Bedarf erneut verlängert werden (mehrmals hintereinander möglich).
Gut zu wissen Während der Pause:
werden keine neuen Updates installiert
bleibt das System weiterhin nutzbar
gehen keine Daten verloren
Die Pause kann jederzeit beendet werden, indem man in den Windows-Update-Einstellungen auf „Updates fortsetzen“ klickt.
Diese Maßnahme eignet sich besonders dann, wenn:
der Rechner aktuell zuverlässig läuft
nach früheren Updates Probleme aufgetreten sind
man erst abwarten möchte, bis bekannte Fehler korrigiert wurden
Die Update-Probleme der vergangenen Monate haben viele Menschen verunsichert, weil sie sich nicht eindeutig anfühlen. Rechner funktionieren noch, aber nicht mehr zuverlässig. Fehlermeldungen wirken widersprüchlich, Lösungen unklar. Genau das ist belastend – besonders, wenn man auf seinen Computer im Alltag oder im Beruf angewiesen ist.
Wichtig ist deshalb vor allem eines: Ruhe bewahren und die Situation realistisch einordnen. Nicht jeder langsame Rechner ist kaputt, nicht jede Warnmeldung bedeutet einen Hardwaredefekt. In vielen Fällen sind es Folgen eines komplexen Update-Systems, das aktuell weniger verzeiht als früher.
Unser Fazit
Windows-Updates sind wichtig und bleiben ein zentraler Bestandteil der IT-Sicherheit. Gleichzeitig zeigen die Erfahrungen seit Ende 2025, dass „automatisch“ nicht immer gleichbedeutend mit „unkritisch“ ist. Ein bewusster Umgang mit Updates, das Pausieren bei stabil laufenden Systemen und eine sachliche Analyse bei Problemen sind derzeit oft der bessere Weg als hektisches Reagieren.
Bei Jemke Solutions erleben wir täglich, wie erleichternd es für Betroffene ist, wenn ihre Probleme ernst genommen und verständlich erklärt werden. Unser Ansatz ist deshalb klar: zuhören, einordnen, gemeinsam entscheiden – statt vorschnell neu aufzusetzen oder Angst zu machen. Denn gute IT bedeutet nicht, alles sofort zu ändern. Sie bedeutet, zu verstehen, wann Veränderung sinnvoll ist – und wann Geduld die bessere Lösung sein kann.
Quellen Angabe Recherche:
Heise Online – weitere Probleme mit Windows-Updates aus dem Januarhttps://www.heise.de/news/Weitere-Probleme-mit-Windows-Updates-aus-dem-Januar-11149001.html
ComputerBase – Januar-Update lässt manche Rechner nicht mehr startenhttps://www.computerbase.de/news/betriebssysteme/bugs-in-windows-11-januar-update-kann-blackscreens-und-weitere-probleme-verursachen.95826/
Heise Online – Verbindungsfehler mit Windows 365 nach Updatehttps://www.heise.de/news/Windows-Update-Nebenwirkungen-Verbindungsfehler-mit-Windows-365-11141640.html
WindowsLatest – Bestätigung von Problemen mit dem Januar-2026-Updatehttps://www.windowslatest.com/2026/01/18/microsoft-confirms-windows-11-january-2026-update-issues-releases-fix-for-at-least-problems/
WinFuture – Ärger nach dem Dezember-Patchday (Fehler bei Message Queuing usw.)https://winfuture.de/news%2C155595.html
Pureinfotech – Bericht zu Windows 11 Update KB5074109-Problemenhttps://pureinfotech.com/windows-11-january-2026-update-kb5074109-issues/
Microsoft Release Health (Known Issues) – Windows 11 25H2(offizielle Microsoft-Quelle zu bekannten Problemen)https://learn.microsoft.com/de-de/windows/release-health/status-windows-11-25H2
Microsoft Release Health (Resolved Issues) – Windows 11 25H2(Liste jüngst behobener Probleme, offizieller Kontrast)https://learn.microsoft.com/de-de/windows/release-health/resolved-issues-windows-11-25H2
BleepingComputer – Verbindung zwischen Dezember-Update-Fehler und Bootproblemen Anfang 2026https://www.bleepingcomputer.com/news/microsoft/microsoft-links-windows-11-boot-failures-to-failed-december-2025-update/
Zusätzliche (nicht direkt im Artikel genannte, aber relevante) Berichte
WindowsLatest – Überblick über weit verbreitete Update-Probleme in 2025/2026https://www.windowslatest.com/2026/01/21/windows-11-had-20-major-update-problems-in-2025-and-and-2026-started-badly-too-what-are-you-doing-microsoft/
ComputerBild – Fehler im Januar-Patch bereitet Windows-365-Nutzern Problemehttps://www.computerbild.de/artikel/News-Software-Nach-Januar-Patch-Fehler-im-Update-bereitet-Windows-365-Probleme-40667935.html







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